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Die Anlage Maybach II bei Zossen

 

gesprengtes Haus A18

zeitweilig begehbares Teilstück des Ringstollens

 

Typ : Führungsstelle
Bunkertypen : Monolith
Etagen : 5
Zustand : zerstört

 

Unweit der Anlage Maybach I bei Zossen befinden sich die Überreste der Bunkeranlage Maybach II, zeitweilig Führungsstelle vom Stab des
Oberkommando der Wehrmacht. Beginn des Baus der Anlage war 1939 nach Fertigstellung der Anlage Maybach I, die Übergabe erfolgte im
Oktober 19401. Errichtet wurden 11 Bunkerhäuser, baugleich denen der Siedlung Maybach I, so dass hier auf eine nähere Beschreibung
verzichtet werden kann. Zunächst war diese Anlage mit nur 10 Häusern geplant, gebaut wurden schlussendlich aber 11, wovon ein Haus
(A18) als Maschinenhaus errichtet wurde. Die Nummerierung der Häuser wurde, ausgehend von Maybach I, fortgesetzt: A13 bis A23.
Ein Ringstollen zwischen den Häusern wie bei Maybach I existierte auch hier, jedoch ohne Querverbindung. Eine Verbindung mit dem
Stollensystem von Maybach I war geplant (das Endbauwerk Süd des Ringstollen Maybach I würde in einer geradlinigen Verlängerung um etwa
1 Km direkt am Ringstollen Maybach II enden), wurde schlussendlich aber nicht mehr realisiert.

 

Maybach II war ursprünglich als Transport-Betriebszentrale "Hektor I" des OKH geplant2, da die Anlage aber bis Kriegsausbruch nicht fertig
gestellt werden konnte, wurde diese schlussendlich provisorisch im Nachrichtenbunker Zeppelin eingerichtet. Der Stab des Oberkommando
der Wehrmacht (OKW) nutzte ab dem 17. Januar 19453 die Bunkerhäuser A13 bis A15 als Führungsstelle, die Anlage lag nun im neu
angelegten Sperrkreis A. Am 20. April 1945 wurde die Anlage evakuiert und noch am gleichen Tag nahezu unbeschädigt von den sowjetischen
Truppen kampflos eingenommen. Ebenso wie bei der Anlage Maybach I erfolgten auch hier Sprengungen der Sowjets, Anfang der 50iger
Jahre wurde dann zur Gewinnung von Stahl ein Großteil der angesprengten Häuser abgerissen. Lediglich 3 Häuser, A17, A18 und A19,
blieben in ihren Ruinen erhalten. Der Ringstollen wurde verschlossen, nur ein Zugang zu einem Teilstück blieb erhalten. Das Objekt wurde
bis zum Abzug der GSSD als Übungsgelände und Müllkippe nachgenutzt. Heute liegen die Reste der Anlage weitgehend unbeachtet brach,
eine Begehung lohnt nicht mehr wirklich, bei Interesse ist eine geführte Begehung der baugleichen und wesentlich besser erhaltenden Anlage
Maybach I weitaus empfehlenswerter.

 

 

1 https://bunker-nrw.de (Hans Georg Kampe)
2 Kampe: "Deckname Zeppelin", Projekt + Verlag Dr. Erwin Meißler
3 Kampe: "Zossen-Wünsdorf 1945", Projekt + Verlag Dr. Erwin Meißler

 

Stand: 10/2016

 

 

Bildergalerie:

 

Direktlink zur Bildergalerie : Die Anlage Maybach II bei Zossen

 

 

 

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