Zurück

GSSD Funksendezentrale 1 bei Luckenwalde

 

gewaltiger Klimablock zur Senderkühlung

 

Bunkertypen : AU-11, Monolith
Etagen : 1 (2)
Zustand : schlecht

 

Bei Luckenwalde befinden sich die Überreste einer Sendezentrale der GSSD. Das Bauwerk diente nach unseren Informationen durch den Historiker Hermann Rentsch als Sendestelle für die Hauptnachrichtenzentrale RANET im Bedarfsfall, in Friedenszeiten wurde von einem weiteren Objekt bei Saalow gesendet.

Hermann Rentsch dazu:

"Betrieben wurde die Anlage ferngetastet aus Wünsdorf, die Nachrichtenleute kamen auch aus Wünsdorf. Bei beziehen der für den Kriegsfall oder Spannungsfall vorgesehenen Führungsstelle für den Oberkommandierenden, bezog dieser seinen Führungspunkt und hätte mit diesem über seine geschützte Sendestelle die Funkverbindungen zu den Unterstellten, den Gleichgestellten u. den vorgesetzten Stäben unterhalten können. Das PDRZ (Anm: russische Abkürzung für Funksendezentrale) Jänickendorf verblieb aber das Sendezentrum der Hauptnachrichtenzentrale Ranet, wenn dies nicht anders befohlen war."

Bei dem Bauwerk selbst handelt es sich im Prinzip um eine ebenerdig errichtete Bogendeckung vom Typ AU-11, wobei diese geteilt und ein monolithischer Zwischenbau als Zugangsbauwerk errichtet wurde. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Anlagen, bestehend aus ausgebauten Bogendeckungen, wurde hier aus Platzgründen und bis auf wenigen Ausnahmen im Sicherstellungsbereich, kein 2-etagier Ausbau durchgeführt.

In dem monolithischen Zwischenbauwerk befindet sich der Hauptzugang über mehrere Tamboure, eine Schleuse zur Entaktivierung bei Kontamination war nicht vorgesehen, ein sicheres Indiz dafür, dass die Anlage dauerhaft besetzt und demzufolge Einschleusungen bei kontaminierter Aussenumgebung nicht möglich war. Im kleineren, abgetrennten Bereich der Bogendeckung waren die elektrotechnischen Anlagen wie Schaltanlage und Netzersatzaggregate untergebracht. Verbaut waren, den vorhandenen Fundamenten zufolge, 2 größere Dieselaggregate. Ausserdem war ein Teil dieses Bunkerbauteils 2-etagig ausgeführt, im oberen Geschoss befand sich der Zugang zu den Dieseltanks und der Aggregate Zuluft. Am NEA Raum angebracht war ausserdem ein Notausstieg/Montageturm, angesetzt an die Stirnwand der Bogendeckung.

 

Aggregateraum mit Treppe zu den Dieseltanks und der Aggregatelüftung

der große Sendesaal

 

Der größere Teil der Bogendeckung wurde zur Unterbringung der Senderäume und dem großen Klimablock für die Senderkühlung genutzt, den meisten Platz nimmt dabei der Klimablock ein, dieser verfügte neben 2 Kühlregister auch einen Düsensatz zur Luftbefeuchtung. Die Frischluftansaugung erfolgte über einen Zuluftturm auf dem Bauwerk. in einem kleinen Nebenraum befinden sich 2 Fundamente für Aggregate, vermutlich zur Kälteerzeugung. Der Rest der Fläche wurde für die größeren Senderäume genutzt, ausserdem sind noch ein kleines WC, ein FM-Raum und 3 weiterere kleine Räume in diesem Bauwerksteil zu finden. Am größten Senderaum am Ende der Bogendeckung befindet sich ein weiterer Zugang/Ausgang mit Tambour, über diesem befindet sich eine weitere Luftansaugung über KOD Klappen, weitergeführt über einen weiteren Lüftungsturm auf dem Bauwerk.

Zum Zustand: Dis Kaserne, völlig entkernt, verwahrlost heute vor sich hin, das Schutzbauwerk wurde größtenteils im Inneren zerstört und geplündert. Durch Brandstiftung ist der größte Teil der Anlage rußgeschwärzt. Das Bauwerk wurde scheinbar zeitweilig verschlossen, der Hauptzugang wurde ordentlich verschweisst, der Zugang am Senderaum steht jedoch (wieder?) offen.

 

 

Auswahl der Medien:

Direktlink zur Bildergalerie : Funkführungsbunker bei Luckenwalde

 

 

Creative Commons Lizenzvertrag

2008 - 2017. Bitte das Urheberrecht beachten.