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Technische Informationen zur Ausrüstung von Schutzbauwerken

 

 

  • Dispatcherzentrale/Pult
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  • Lufttechnische Anlagen (LTA) und Klimatisierung
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  • Konvektor
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  • Unterbrechungsfreie Spannungsversorgung (USV)
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  • Netzersatzanlage (NEA)
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  • MS/NS Transformator
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  • SNV
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  • RDU
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    Zur besseren Verständnis der technischen Details in den Beschreibungen der besichtigten Objekte hier eine kleine Übersicht und Beschreibung der gängigsten technischen Geräte/Anlagen. Wir versuchen, die Erklärungen auch für Laien verständlich zu halten.

     

    Dispatcherzentrale/Pult:

     

    Der Dispatcher ist in einem Schutzbauwerk für die Überwachung, Steuerung und Regelung der Technik zuständig. Üblicherweise besitzt jedes Schutzbauwerk eine Dispatcher Zentrale, in der sich Mess-und Kontrollgeräte für NEA, Wasserversorgung, LTA und weitere Ausrüstung des Bunkers befinden. Heutzutage wird diese Überwachung, Regelung und Steuerung über moderne Gebäudeleittechnik realisiert.
    Hardwareseitig werden sogenannte DDCs eingesetzt, welche Regler mit intregierter SPS darstellen und üblicherweise über Netzwerk an einen Leitrechner angeschlossen werden.

     

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    Lufttechnische Anlagen (LTA) und Klimatisierung:

     

    Die Bezeichnung LTA umfasst das gesamte Lüftungssystem eines Bauwerks. Dies beinhaltet Zuluft, Abluft und Umluftanlagen. Die einfachste LTA besteht aus einem Zuluftkanal oder Rohr, in dem sich ein Lüfter befindet, der die erforderliche Luftmenge in das Bauwerk befördert, zum Schutz des Lüfters sollte ein Filter vorgeschaltet sein, die Abluft kann durch eine einfache Öffnung realisiert sein, auch der umgekehrte Fall funktioniert, dass heißt, ein Ablüfter erzeugt ein Unterdruck, so dass durch eine Zuluftöffnung eine natürliche Nachströmung der Frischluft entsteht.

    Bunkeranlagen werden üblicherweise immer auf Überdruck gefahren, das heisst, die Zuluftanlage bzw der Zulüfter erzeugt einen höheren Volumenstrom als die Abluftanlage, so das Verunreinigungen und Gase keine Möglichkeit besitzen, von aussen in das Bauwerk einzudringen. Oftmals werden Heizregister zum Erwärmen der Luft in die Zuluftanlagen gebaut, zur Klimatisierung auch Kühlregister, im Idealfall wird bei einer Umluftanlage das Kühlregister hinter das Heizregister gesetzt (Um Vereisung der Register bei Frost zu vermeiden) und ein weiteres Heizregister folgt zum nacherhitzen, somit kann im Umluftbetrieb die Raumluft durch die Kondensation am Kühlregister entfeuchtet und dann wieder nacherhitzt werden.

    Die Erzeugung von Kälte zur Klimatisierung erfolgt üblicherweise über Kompressions-Kältemaschinen, auch eine Erzeugung durch umweltfreundliche Absorbtionskältemaschinen ist möglich, aus energietechnischer Sicht allerdings unvorteilhafter, da auch im Sommer für den Betrieb dieser Geräte min. 80°C warmes Wasser (Fernwärme) benötigt wird. Im Winter besteht ausserdem die Möglichkeit zur Kaltwassererzeugung mittels einfacher Rückkühlwerke. Dabei wird die kalte Aussenluft einfach durch ein von Wasser (mit Frostschutzmittel) durchströmtes Register geblasen.

     

    Moderne LTA mit Wärmerückgewinnung...

    ...und Klimatisierung

     

    Kompressionskältemaschine mit einer Kühlleistung von 330 KW...

    ...und das Äquivalent als Absorbtionskältemaschine

     

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    Konvektor:

    Konvektoren sind einfache Umluftgeräte, die Raumluft mittels eines Gebläses über ein Wärme- oder Kälteregister temperieren.

     

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    Unterbrechungsfreie Spannungsversorgung (USV):

     

    Eine USV wird zur Überbrückung der Anlaufzeit einer Netzersatzanlage, kurzzeitigen Stromausfällen und sogenannten "Netzhoppsern" eingesetzt.
    Im Prinzip besteht eine USV Anlage aus einem Gleichrichter, Ladeteil für Batterien und einem Wechselrichter, der die Batteriespannung wieder auf die erforderliche Wechselspannung bringt.Die Batterien werden dabei ständig ge- und entladen. USV Anlagen gibt es in Dimensionen von wenigen 100VA Leistung bis hin zu großen Anlagen mit Leistungen von mehreren 100KVA zur Versorgung ganzer Bauwerksteile. Moderne Anlagen besitzen ausserdem noch Bypass Schaltungen zur Wartung und Netzfilter. Bei den Batterien werden meist 12V Bleiakkus oder wartungsfreie Blei-Gel Akkus eingesetzt.

    wartungsfreier Blei-Gel Akkusatz für USV 250 KVA

     

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    Netzersatzanlage (NEA):

     

    Netzersatzanlagen dienen der Notstromversorgung von Bauwerksteilen oder ganzen Bauwerken bei Spannungsausfall.
    Üblicherweise bestehen sie aus einem Aggregat, meist einem Dieselmotor oder einer Gasturbine und dem Generator zur Spannungserzeugung. Eine Netzüberwachung bestehend aus einfachen Relais sorgt für eine automatische Zuschaltung bei Netzausfall. Bei größeren Anlagen findet man ausserdem heutzutage eine Netz Synchronisierung zur Anpassung an die Netzfrequenz, so dass das Aggregat sogar parallel zum Versorgungsnetz betrieben werden kann, beispielsweise für wartungsbedingte Lastläufe. Auch NEAs gibt es in den unterschiedlichsten Dimensionen, von wenigen 100VA bis hin zu riesigen Schiffsdieseln mit Generatorleistungen von über einem MVA.

     

    Modernes V12 MAN Dieselaggregat, Generatorleistung 630 KVA

    Vorlagebehälter für Kraftstoff

     

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    MS/NS Transformator:

     

    Häufig in Objekten zu finden sind Transformatoren zum umspannen von Mittelspannung (6-30KV) auf Niederspannung (220/380V, heute 230/400V). Zum Einsatz kommen üblicherweise Drehstrom- Öltransformatoren, die Wickelungen sind bei diesen in ein Ölbehälter eingefasst, das Öl dient zum kühlen der Wickelungen. Typisch sind das Ausdehnungsgefäß an der Oberseite und ein Buchholzrelais, welches bei Ölmangel oder Gasbildung zunächst eine Warnstufe und schließlich eine automatische Abschaltung auslöst. Bei Scheinleistungen bis zu 2 MVA werden heutzutage bevorzugt Gießharz-Trockentransformatoren eingesetzt, diese sind pflegeleichter und auch Klimatechnisch unempfindlicher.

     

    Öltransformator 10KV/400V, Leistung 630 KVA

    Gießharz Transformator 10KV/400V, Leistung 700 KVA

     

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    SNV:

     

    SNV steht für Stahlblechgekapselter Niederspannungs-Verteiler, dieses System war in der DDR weit verbreitet, es handelt sich dabei um eine modulares Verteilungssystem aus Blechkästen, welche mit individuellen Bauteilen wie Reihenklemmen, Sicherungssockel, Schalter oder auch Messinstrumente bestückt werden konnten. Das System kam hauptsächlich in Technikbereichen zum Einsatz.

     

    typisches SNV Feld

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    RDU:

     

    RDUs (eine russische Abkürzung) sind chemische Sauerstofferzeuger, sie binden das Kohlendioxid der Raumluft und erzeugen in einem chemischen Prozess Sauerstoff. Die Geräte sollen dabei eine nicht unerhebliche Abwärme erzeugen. Ausserdem wird dazu geraten, die Behälter von Feuchtigkeit fern zu halten. Diese Geräte wurden zunächst in U-Booten Verwendung, wurden dann logischerweise aber auch für Bunkeranlagen entdeckt.

     

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