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Das Objekt 17/5020, Die Kurier-, Melde- und Verteilerzentrale

 

  • I Das Objekt 17/5020
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  • II Der Tower (SKP) und Kleinbunker im Objekt
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  • III Die Teilobjekte 1, 2 und 3
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  • IV Der Nahmarkierungspunkt (NMP 28.1)
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    I Das Objekt 17/5020

     

    die klein gehaltene Start- und Landebahn

    Garagentrakt am Towergebäude

     

    Typ : Hubschraberlandeplatz / Anlaufpunkt
    Bunkertypen : Monolith, MB/BS, FB-3
    Etagen : 1
    Zustand : Rückbau / schlecht

     

    In einem Waldstück bei Bernau liegt, oder besser lag, Das Objekt 17/5020, die Kurier-, Melde- und Verteilerzentrale des NVR.
    Auf einer Fläche von insgesamt 76 ha befand sich hier ein Hubschrauberlandeplatz mit mehreren Schutzbauwerken, welche offiziell
    als Melde- und Verteilerzentrale für den Komplex 5000 deklariert war, die Nähe zur Waldsiedlung Wandlitz jedoch vermuten lässt, dass das Objekt hauptsächlich im Ernstfall den Rückzug der Mitglieder des NVR sowie den Mitgliedern des Politbüros sichern sollte.
    Die Oberirdische Bebauung fiel relativ spartanisch aus, 2 Garagengebäude, 1 Wasserwerk, die Wache, der Tower und die beiden Baracken über den Stabsbunkern waren die einzigen oberirdischen Strukturen im Objekt. Im Westteil 5 Parkflächen für Hubschrauber und eine Kurze Start- und Landebahn (SLB) für Kleinflugzeuge. Im Südlichen Bereich des Objektes befanden sich schließlich noch mehrere Splitterschutzdeckungen für Fahrzeuge und ein Klärwerk. 2 Brunnen dienten zur Wasserversorgung des Objektes. Das Objekt verfügte nur über eine normale Umzäunung, einzig der Nahmarkierungspunkt war von einer HSA gesichert.

    Insgesamt sollen sich die Baukosten für die gesamte Anlage auf etwa 22 Millionen Mark der DDR belaufen haben, die Übergabe erfolgte zwischen 1984 und 1985. Nach der Wende übernahm die Bundeswehr das Gelände zunächst als Übungsobjekt, im Zuge der Einsparungen wurde die Anlage aber bald wieder aufgegeben. Nachdem die beiden großen Stabsbunker (TO 1 und TO 2) und der Garagenbunker (TO 3) zunächst als Fledermausquartier umgebaut und das übrige Objekt dem Verfall preisgegeben wurde, rückte Ende 2008 das Rückbauunternehmen an. Mittlerweile dürften die Meisten Strukturen der Anlage vom Erdboden verschwunden sein. Im folgenden einige nähere Details zu den einzelnen Schutzbauwerken:

     

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    II Der Tower (SKP) und Kleinbunker im Objekt

     

    der zugewucherte Tower vor dem Rückbau

    Innenansicht eines Wachbunker Typ FB-3

     

    Nördlich der Hubschrauberstellflächen und der SLP befand sich der Start- und Kontrollpunkt (SKP) des Flugplatzes. Unter diesem befand sich ein verbunkerter Keller. Über die Treppe zum Tower ging man nach unten in einen Vorraum, von dem man einerseits in den USV Raum und dem NEA Raum gelangte, andererseits über ein Tambour Zugang in den restlichen Bunker erlangte. Die technische Ausstattung des verbunkerten Kellers gewährte einen autonomen Betrieb des Gebäudes, Sanitäre Anlagen, eine LTA und ein Ruheraum waren ebenfalls vorhanden. Am Ende des Hauptkorridores befand sich ein Kriechgang zum Notausstiegsschacht. Die Abmaße des Bauwerks betrugen 17,5 x 10,5 m, die Schutzklasse dürfte allenfalls E betragen haben.

    Verbunkert waren ausserdem die beiden Landescheinwerferanlagen am Flugfeld. Insgesamt 4 Mannschaftbunker des Typs FB-3, verteilt im Objekt, dienten den Wachmannschaften beziehungsweise dem Personal des Flugplatzes einen gewissen Schutz vor eventuellen feindlichen Luftangriffen.

    Plan des verbunkerten Kellers unter dem SKP:

     

     

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    III Die Teilobjekte 1, 2 und 3

     

    Hauptkorridor im Teilobjekt 1...

    ...und der Garagenbaustein

     

    Bei den 3 größten Schutzbauwerken im Objekt handelte es sich allesamt um monolithische Bausteinbunker des Wiederverwendungsprojektes MB/BS. Dabei glichen sich die Teilobjekte 1 und 2 bis auf ihre bauliche Länge, bedingt durch den fehlenden FM-Baustein im TO 2, fast 1:1. Die Abmaße betrugen 74,4 x 13,8m für das TO 1 beziehungsweise 61,65 x 13,8m für das TO 2. Über beiden Bunkern jeweils eine Tarnbaracke mit Zugang zum Bauwerk, dieser war ausserdem noch über eine Treppe von aussen möglich. Der Notausgang befand sich direkt gegenüber dem Zugang. Direkt neben den Treppenabgängen lag der Montageschacht und die Zuluftansaugung für die NEA.

    Wandungen mit 45cm und eine Stahlbetondecke mit 60 cm Stärke boten gerade einen besseren Splitterschutz, demzufolge war die Schutzklasse mit gerade einmal SK E relativ gering. Die Bauwerke waren jedoch vollständig hermetisierbar und boten einen vollständigen ABC Schutz. Die autonome Betriebsdauer betrug 3 Tage, dann wären die Kraftstoffvorräte der Netzersatzanlagen (Je ein Aggregat mit 75 KVA Scheinleistung) zu Neige gegangen. Umfangreiche Filteranlagen in der Zuluft schützten vor atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren in der Aussenluft, ein kleiner Klimablock war ebenfalls vorhanden. Druckwellenschutz wäre in geringem Maße durch die geständerten Fußöden gegeben gewesen. Die Maximale Personenbelegung war mit 113 Mann angegeben. Beide Bunker hatten ein Garagenmodul mit je 3 Stück Drucktoren am Kopf angesetzt, diese Garagenbausteine dienten zur geschützten Unterbringung von maximal 9 LKW. Beide Teilobjekte standen zuletzt mal mehr, mal weniger unter Wasser, teilweise war eine Begehung nicht ungefährlich, vor allem aufgrund fehlender Bodenplatten des geständerten Fußbodens.

    Weitere 24 LKW hätten im TO 3 Platz gefunden, bei diesem handelte es sich lediglich um 2 aneinander gesetzte MB/BS Garagenbausteine.

     

    Plan des Teilobjekt 1:

     

     

    Plan des Teilobjekt 2:

     

     

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    IV Der Nahmarkierungspunkt (NMP 28.1)

     

    Hutzen und Schächte über dem Bunker des NMP

    Reste der HSA

     

    Cirka 1Km nördlich befand sich, von einer HSA geschützt, der Nahmarkierungspunkt 28.1. Dabei handelte es sich um ein kleines monolithisches Schutzbauwerk, bestehend aus 4 Räumen, dem Nachrichtenraum, dem NEA Raum, einem Schutzraum und einem Verbindungsraum im Sternpunkt. Die Antennenanlage befand sich direkt über dem Schutzbauwerk. Im Normalfall wurde die Antennenanlage vom SKP beziehungsweise vom Stabsbunker TO 1 fernbedient, das Netzersatzaggregat führte die Probestarts automatisch durch. Lediglich im Spannungsfalle hätten bis zu 5 Personen direkt im Bauwerk selbst gearbeitet. Der Bunkerzugang wurde nach Aufgabe des Objektes zugeschüttet, aber einige Zeit später wieder freigegraben.

     

    Plan des Schutzbauwerkes NMP 28.1:

     

     

    Quellen:

    - Bergner, Paul: Programm Delphin
    - Best, Stefan: geheime Bunkeranlagen der DDR

     

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    Auswahl der Medien:

     

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