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Die Hilfsnachrichtenzentrale 2 (WE-2) bei Groß Köris

 

teilweise einsturzgefährdet: Das Gangsystem

Zugang zu einem der FB-2 Bunker

 

Bunkertypen : FB-2, FB-75
Etagen : 2
Zustand : Teilrückbau/schlecht

 

In der Nähe von Groß Köris, im Wald versteckt, befinden sich die Reste der Hilfsnachrichtenzenrale 2 der NVA.
Sie war zugleich auch eine Reserve-Ausweichführungsstelle des MfNV und Führungsstelle der Stellvertretenden Minister und Chefs der rückwärtigen Dienste bzw Technik und Bewaffnung (StMCRD und StMCTB) und der Wartungseinheit 2 unterstellt.
Auch Übungen des NVR sollen in dem Objekt stattgefunden haben.

Das von einer HSA umgebene Hauptgelände des Objektes teilte sich in zwei Bereiche, der Unterkunftszone und der sogenannten "Parkzone", damit ist der Bunkerbereich gemeint.
In dieser befanden sich über 30 kleine Bunker beziehungsweise Bunkerkomplexe, durchnummeriert als Teilobjekte (TO).
Neben 21 einzelnen FB-3 befanden sich ein FM-Bunker bestehend aus 2 weiteren FB-3, ein Technikbunker bestehend aus einer FB-75 Stern Konstruktion und ein Komplex aus mehreren FB-2, 2 FB-75 Stern als Stabsbunker und einen monolithischen Bunker der Baureihe MB/BS, welcher als Nachrichtenbunker diente, auf dem Gelände. Die Komplexteile waren durch ein über 600m langes Gangsystem mit mehreren Zugängen unter anderem im Stabsgebäude, verbunden, was diese Anlage wie ein unterirdisches Labyrinth erscheinen ließ.

Jedes einzelne Teilobjekt des Komplexes besaß dabei seine eigene LTA, Wasser, Elektroversorgung und Sanitäranlagen. Als NEA dienten 2 Dieselaggregate mit jeweils 400 KVA im Technik Stern. Dieser beherbergte ausserdem die Wasseraufbereitung, die Dispatcher Zentrale und ebenfalls einen Sanitärbereich.

 

Hauptflur im 2. UG des TO 44

Wasserversorgung im FB-75 Stern

 

Die Stabsbunker TO 44 und TO 45 bestanden aus je 3 zweietagig ausgebauten FB-75, welche sternförmig um ein monolithsches Zugangsbauwerk lagen. Dieses beinhaltete auch die Versorgungstechnik wie ELT, LTA und Klimatisierung. Auch der Sanitärbereich befand sich im 1. Untergeschoss des Zugangsbauwerkes. Der Zugang erfolgte ausserdem über eine Schleuse.

Nachdem das gesamte Objekt viele Jahre offen für Hobbyforscher, Schrottdiebe und Chaoten aller Art stand und extrem verwüstet und verkokelt wurde, rückte 2004 das Rückbaukommando an. Sämtliche überirdische Bauwerke wurden abgerissen, sämtliche FB-3, der Nachrichtenbunker und der Technikstern ausgegraben und die entstandenden Löcher mit märkischem Sand verfüllt. Der größte Teil des Gangsystems, die beiden Stabsbunker und 5 FB-2 des Hauptkomplexes blieben jedoch erhalten und wurden mehr oder weniger als Fledermausquartier hergerichtet. Der Notausgang zwischen den beiden Stabsbunkern wurde offen gelassen, mittlerweile ist auch wieder ein eigendlich verschlossener Zugang beim TO-22 geknackt worden, vermutlich von Schrottdieben oder Ahnungslosen, die den offenen Notausgang nicht fanden.

Wer heute das Objekt besucht, wird von dessen ursprünglichen Aufbau nicht mehr viel sehen, vereinzelt liegen noch die Isolatoren der HSA im Wald verstreut herum, eine Betonplattenstraße an der Hauptzufahrt des Objektes und ein Stapel Fertigteile der zurück gebauten Bunker lassen noch erahnen, dass sich in diesem Waldstück mal etwas befand. Die Reste des Komplexes und dessen Zugang werden nur noch eingeweihte finden, da die Natur das Gelände langsam wieder zurückerobert hat.

 

Auswahl der Medien:

Direktlink zur Bildergalerie : Hilfs- Nachrichtenzentrale 2 (WE-02) der NVA bei Groß Köris

 

 

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