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Das Funksendeamt 3 (FSA-3) der LSK/LV bei Calau

 

Hauptzugang des Bauwerkes

Markantes Merkmal aller Funksendeämter: die Betonhauben

 

Bunkertypen : Monolith, FB-3
Etagen : 2
Zustand : schlecht

 

Auf einer Erhebung bei Calau befand sich eines der 4 Funksendeämter der LSK/LV, genauer hier das Funksendeamt 3. Es diente als schwer verbunkerte Sendestelle für den Gefechtsstand der ersten Luftverteidigungsdivision (1. LVD), dem GS 31 bei Kolkwitz. Bei dem Bauwerk handelt es sich um ein 2 etagiges, monolithisch errichtetes Bauwerk der Schutzklasse D, erwähnenswert ist, dass das Bauwerk im Jahr 1967 noch mit der Schutzklasse C projektiert, in den 80iger Jahren dann aber nach den moderneren Standards auf SK D herabgestuft wurde. Ausserdem handelt es sich bei diesem Bunker um ein Wiederverwendungsprojekt, das FSA-1 Limsdorf und das FSA-4 Ulrichshof sind identisch errichtet worden, jedoch noch in Bundeswehrnutzung beziehungsweise versiegelt. Einzig das FSA-2 Großobringen wurde erst später und in anderer Bauform gebaut.

Das FSA-3 lag in einem 20 ha großen Sperrgebiet, Zu finden sind ausser der Unterkunftszone noch 2 Stück FB-3 als Wachbunker, hinter dem Schutzbauwerk selbst sind noch die Flächen für die Erdantennen zu erkennen.

 

Eingangstür

Korridor im 1. Untergeschoss

 

Einige Parameter des Bauwerks:

 

Schutzklasse D
Maße (L,B,H): 32m x 20m x 15m
Umbauter Raum: 3600m³
Nutzfläche: 1600m²
Stärke der Aussenwände: 80cm
Stärke der Bodenplatte: 1m

 

Konstruktionstechnisch gesehen können die Funksendeämter mit dem Wiederverwendungsprojekt für schwer verbunkerte Sendestellen wie beispielsweise dem Objekt 17/448 verglichen und vielleicht sogar als dessen Vorläufer angesehen werden. Vergleichbar sind der klein gehaltene Sozialtrakt und die technische Ausstattung wie Klimablock, NEA (3 Aggregate mit je 165 KVA Generatorscheinleistung). Die Belegung war mit etwa 50 Mann relativ klein gehalten für ein Bauwerk dieser Dimensionen, deshalb auch hier nur eine relativ beengte Entaktivierungsschleuse mit Bypass. Ein Innenbrunnen mit einer Tiefe von 98m und ein aussenliegender Brunnen mit einer Tiefe von 138 ! Metern versorgte das Bauwerk mit dem benötigten Wasser, vornehmlich für die Technik, allen voran die Senderkühlung und Kühlwasser für die Dieselaggregate. Kompliziert der Zugang zu den Aggregaten und dessen Kraftstofftanks, dieser war nur über Leitern und Luken im bedingt sauberen Zugangsbereich des Bauwerks möglich. 2 Tanks mit je 10m ³ Inhalt ließen die Aggregate die benötigte Energie bei Netzausfall oder dem autonomen Betrieb liefern. Massiv der Druckluftkompressor aus sowjetischer Produktion, er diente auch hier wie immer für die Überdruckhaltung im Bauwerk in der Betriebsweise 3 des Bauwerks, also der völligen Hermetisierung bei abgeschalteter Zuluftanlage. Ein Druckbehälter war nicht zu finden, die Druckluft wurde in Druckluftflaschen gespeichert.

 

Ein bedingter Schutz vor Druckwellen bei eventuellen Sprengsatzdetonationen in unmittelbarer Nähe war nur spärlich vorhanden, lediglich die Steuerungs- und Senderäume waren mit einem geständerten Fußboden ausgestattet.

Der Sozialtrakt war auf ein Minimum beschränkt, eine kleine Küche, ein winziges WC und ein schlauchartiger Ruheraum mit Platz für 16 Betten in 4 Etagen, mehr Platz war für die sozialen Bedürfnisse der Mannschaft nicht vorhanden.

 

Drucklufterzeugung

Die Dieselaggregate im 2. UG

 

Der Zustand: Nachdem das Bauwerk 1993 von der Bundeswehr aufgegeben und mehr oder weniger entkernt wurde, nutzte ein nahe gelegenes Dorf den Tiefbrunnen im Bunker zur Wasserversorgung. 2006 schließlich wurde der Brunnen mehr schlecht als Recht versiegelt, dabei wurde das halbe Bauwerk mehr oder weniger versaut, der Beton, der zum verfüllen des Brunnenschachtes verwendet wurde, hat bis heute nicht abgebunden. Natürlich waren auch hier eifrige Schrottis am Werke, Bodenabdeckungen, Kabel und Teile der NEA sind auch hier bereits Verschwunden. Mittlerweile wurde das Bauwerk allerdings verschlossen und ist nun ein Fledermausquartier, ein Zugang ist mittlerweile nicht mehr möglich.

 

 

Auswahl der Medien:

 

Direktlink zur Bildergalerie : Funksendeamt 3 der NVA