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Der Gefechtsstand der 1. Luftverteidigungsdivision (GS-31) Kolkwitz

 

Der Führungsraum mit vollständig erhaltenem Planchette

 

Bunkertypen : Monolith
Etagen : 3
Zustand : Museum
Zugang : Über Führungen des Kolkwitzer Bunkerfreunde e.V

 

Beim Örtchen Kolkwitz, unweit der Stadt Cottbus, befand sich der Gefechtsstand der 1.Luftverteidigungsdivision des Kommando LSK/LV der NVA. Die 1. Luftverteidigungsdivision war für den Schutz des Luftraumes über den Südteil der DDR zuständig, für den Schutz des nördlichen Teil des Landes existierte die 3. Luftverteidigungsdivision mit ihrem Gefechtsstand in Cölpin. Der 1. Luftverteidigunsdivison unterstanden im Kern:

- 2 Fla-Raketenbrigaden (41. Fla-Raketenbrigade, 51. Fla-Raketenbrigade, mit je einem Mobilmachungsregiment)
- 1 Fla-Raketenregiment (FRR-31)
- 4 Jagdgeschwader (JG-1, JG-3, JG-7, JG-8)
- 4 Funktechnische Bataillone (FuTB-31, FuTB-41, FuTB-51, FutB-61) mit je 4 funktechnischen Kompanien

Dazu gehörten ausserdem noch verschiedene weitere Einheiten, unter anderem eine Auswerte-,Rechen- und Informationsgruppe (ARIG-31), Ein Zug der chemischen Abwehr (ZChA-31) und eine Funktechnische Störkompanie (FuTSK-31)

 

Stabsbaracke als Tarnaufbau für die KDWD

Tambour am Zugang des Schutzbauwerkes

 

Bei dem Gefechtsstand der Division handelt es sich um ein 3-etagiges, monolithisch errichtetes Wiederverwendungsprojekt, gebaut nach sowjetischen Plänen. Der Gefechtsstand der 3.LVD bei Cölpin ist baugleich errichtet worden. Baubeginn war 1963, offizielle Fertigstellung 1965, wirklich in Betrieb ging das Bauwerk allerdings erst 1968. Die Bauwerksabmaße des Kernbauwerkes ohne Anbauten (NEA, Zugang) betragen 42,50 x 18 x 9,95m. Wandstärken maximal 50cm. Die Schutzklasse dürfte somit in etwa SK D betragen haben.

Der Zugang zum Schutzbauwerk erfolgte über eine mehrstufige Schleuse, alternativ über den Bypass, wenn keine Gefahr durch Kontamination bestand. Im 1.UG befanden sich, wie meist in mehretagigen Schutzbauwerken üblich, Die Zuluft- und Abluftanlagen mit Filterstrecke. Die Ansaugung beziehungsweise Abluftführung erfolgte über Kies-Druckwellendämpfer, welche getarnt unter der Stabsbaracke über dem Bauwerk lagen. Die Netzersatzanlage (2 Gasturbinen) fanden in einem Anbau, zugänglich vom Tambour am Eingang, ihren Platz. Die Aggregate lagen somit im unsauberen Bereich des Bunkers. Weiter befanden sich im 1.UG die Funkräume.

 

Blick durch die Schleuse

Die Filteranlage

 

Im 2.Untergeschoss nahm der große Führungsraum einen Großteil der Fläche ein. Dieser ist eigendlich 1 1/2 etagig und nimmt somit einen Teil der Raumhöhe des 3.UG mit ein. Hier findet man das gut erhaltene Planchette zur Darstellung der Luftlage, eine große, nach dem Glasfaserprinzip beleuchtete Piacrylscheibe vor einem dunklen Hintergrund, vor. Hinter dieser standen auf 2 Ebenen die Planzeichner und mussten in Spiegelschrift mit einem Fettstift die aktuelle Luftlage einzeichnen. Weiter auf der Etage zu finden, der Medpunkt, 2 Klimablöcke, eine Rohrpostanlage, die sanitären Anlagen und
die FM-Verteilergestelle.

Das 3. Untergeschoss beherbergte den Großteil der sonstigen Versorgungstechnik wie die USV Anlage, Den Brunnen zur Wasserversorgung und die ELT-Anlage. Ebenfalls standen hier in klimatisierten Räumen die Rechneranlagen des Gefechtsstandes. Eine Küche diente zur Versorgung der Bunkerbesatzung. Beengt der Schlafsaal, dieser befand sich unter dem bereits, wie erwähnt, 1 1/2 etagigen Führungsraum, so das für den Ruheraum nur noch ein halbes Stockwerk zur Verfügung stand. Ruhig geschlafen dürften hier die wenigsten haben.

 

das Planchette

Die Klimablöcke im 2.UG

 

Zum heutigen Zustand des Bauwerkes: Nachdem die Bundeswehr das Bauwerk nach der Wiedervereinigung aufgegeben hatte, stand dieses zunächst einige Jahre leer und wurde, wie üblich, von Idioten geplündert und teilweise zerstört. Schließlich wurde dann der Kolkwitzer Bunkerfreunde e.V gegründet, die Vereinsmitglieder haben in liebevoller Kleinarbeit den Bunker wieder äußerst sehenswert hergerichtet und teilweise die Technik wieder in Betrieb genommen. Für einen fairen Preis kann die Anlage von jedem interessierten unter äußerst fachkundiger Betreuung besichtigt werden. Zeitzeugen berichten dabei detailliert vom täglichen Leben im Schutzbauwerk und geben ausführliche Informationen zur darin enthaltenen Technik. Ein Besuch des Bunkers kann nur empfohlen werden.

Wir bedanken uns bei den Mitgliedern des Kolkwitzer Bunkerfreunde e.V für die Möglichkeit der freien Besichtigung und Jens Herbach für die Organisation des Bunkerbesuches.

Weitere Informationen und Quelle: www.fuko-kolkwitz.de


 

der beengte Schlafsaal

Flur im 3. Untergeschoss

 

 

Auswahl der Medien:

 

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