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Der Gefechtsstand der 41. Fla-Raketenbrigade Ladeburg.

 

Zugang mit Schutztamboure, es folgt die Schleuse

thermokatalytischer Filter

 

Typ : Gefechtsstand
Bunkertypen : Monolith, FB-3, FB-75
Etagen : 2
Zustand : Museum
Zugang : über www.bunker-ladeburg.de

 

Beim Örtchen Ladeburg, nahe Bernau, befand sich der automatisierte Gefechtsstand der 41. Fla-Raketenbrigade "Hermann Duncker", unterstellt der 1.Luftverteidigungsdivision der NVA LSK/LV. Aufgabe der Brigade war zum einen der Schutz des Berliner Schutzraumes, zum anderen wurde auch ein Fla-Raketen-Komplex S-200 Wega vom Gefechtsstand geführt, welcher im Zusammenspiel mit 2 weiteren von der NVA gestellten Stellungen und einer sowjetischen Stellung den gesamten Luftraum der DDR abdeckte. Geführt wurden insgesamt bis zu 14 Fla-Raketen Abteilungen vom automatischen Führungssystem "SENESH-Ä", es handelte sich dabei um folgende Abteilungen:

Ausgerüstet mit Fla-Raketenkomplex S-75 Wolchow:

- FRA 4121 Fürstenwalde
- FRA 4122 Prötzel
- FRA 4123 Klosterfelde
- FRA 4124 Beetz

Ausgerüstet mit Fla-Raketenkomplex S-125 NEVA:

- FRA 4131 Schönermark
- FRA 4132 Fehrbellin
- FRA 4133 Zachow
- FRA 4134 Reichenwalde

Ausgerüstet mit Fla-Raketenkomplex S-200 Wega:

- FRAG 411 Badingen (FRA 4111 und FRA 4112 + Technische Abteilung 4110)

Im Mobilmachungsfall ausserdem mit Fla-Raketenkomplex S-75 Dwina:

- FRA 4141
- FRA 4142
- FRA 4143
- FRA 4144

Weiter gehörten zur 41. Fla-Raketenbrigade eine funktechnische Abteilung (FuTA 4101) und die TA 4120, beide ebenfalls bei Ladeburg stationiert.

 

Bauwerksdispatcher im Untergeschoss

Pumpen im Wasserwerk

 

Das Hauptschutzbauwerk, also der eigentliche GS, befand sich etwas abseits von Ladeburg neben dem Gelände der FuTA 4101, zusammen mit weiteren geschützten Garagen, einigen FB-3 Fertigteilbunkern und einem FB-75 Stern, baugleich den Stabsbunkern der Hilfsnachrichtenzentrale 2. Beim Bunker selbst handelt es sich um das Wiederverwendungsprojekt "Müncheberg", also um das nahezu gleiche Bauwerk wie dem gGS 8/61 Müncheberg. Die allgemeinen Parameter müssen also nicht wiederholt werden. Auch die Raumnutzung ähnelt der des Schwesterbauwerkes bei Müncheberg. Gebaut wurde von 1982-1985. Scheinbar wurde das Wiederverwendungsprojekt für Ladeburg etwas optimiert und den Anforderungen angepasst, so waren statt 2 Stück, 3 Stück Netzersatzaggregate verbaut. Weiter wurde der Gefechtszugang vom Obergeschoss ins Untergeschoss verlegt, vermutlich um das Fehlen eines Notausganges wie in Müncheberg zu entgegnen. Die Garagenanbauten liegen nun an 2 Seiten des Kernbauwerkes und wurden wesentlich länger ausgeführt. Das Gefälle der Zerschellschicht wurde von 2% auf 4% erhöht, die Zuluftanlage bekam thermokatalytische Filter spendiert. Ansonsten sind Unterschiede nur bei kleineren Details auszumachen.

 

Der zentrale Lagesaal

Sichtgerät

 

Zum heutigen Zustand:

Nach erfolgtem Rückbau und Aufgabe des Bauwerkes durch die Bundeswehr im Jahre 1991 wurde das Gelände des Bunkers vom Tierheim Ladeburg aufgekauft und der Bunker im Jahre 2002 wieder geöffnet. Das Bauwerk präsentiert sich heute als Museum und kann für einen wirklich kleinen Obulus besichtigt werden, was unsererseits bedenkenlos empfohlen werden kann! Termine für die Besichtigungen sind unter oben genannten Link zu finden.



Quellen:

- Best, Stefan: geheime Bunkeranlagen der DDR