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Objekt 6001/6003 bei Storkow, später Objekt der 2. Nachrichtenbrigade

 

Der Brunnen für das geplante Schutzbauwerk

Wachturm an der Hauptzufahrt

 

Bunkertypen : -
Etagen : -
Zustand : schlecht

 

Im Umland von Storkow befinden sich die Überreste des geplanten Komplex 6000, eine Ausweichführungsstelle für den Vorsitzenden des Ministerrates. Errichtet werden sollte neben dem Unterkunftsbereich (6001) und einer Sendestelle mit der Schutzklasse B (6006, baugleich dem Objekt 5002, geplant bei Groß Eichholz, nicht realisiert) ein Schutzbauwerk der Schutzklasse A (Objekt 6003) baugleich dem Objekt 5001 ("Honecker"Bunker, Führungsbunker des NVR) mit einer Kapazität von 350 Personen.
Baubeginn war 1979.

Aufgrund knapper Finanzen, oftmals ist auch eine Enttarnung der Baugrube durch den Feind als Grund angegeben, kam es Anfang der 80iger Jahre nach dem Ausheben der Grube für den Bunker, dem Bohren eines Tiefbrunnens und Gerüchten zufolge dem Gießen der Bodenplatte zu einem Baustopp und der bereits fertig gestellte Unterkunftsbereich wurde im Herbst 1984 der 2. Nachrichtenbrigade Niederlehme übergeben. Laut Zeitzeugenaussage eines Hauptmann der 2.Nbr. hatte das Objekt folgenden Funktionen:

- Standort des 1. Bataillions (Funkbataillion) der 2. NBr (Unterbringung und Ausbildung)

- Standort der 10. Zentrale der 2. NBr. (Zentrale Funküberwachung des Ministeriums für
Nationale Verteidigung) - Unterbringung sowie Ort der Funküberwachungszentrale

- Standort der 11. Zentrale (Kurier- und Feldpostzentrale) der 2. NBr.

 

Zugang von ausserhalb der Gebäude zu den geschützten Kellern

Hauptgang im geschützten Keller

 

Auf dem Gelände befinden sich ein Heizhaus, ein Garagenkomplex, eine großen Kantine und die Stabs- und Unterkunftsgebäude.Auch ein Sanitär-und Duschgebäude ist zu finden. Im hinteren Bereich dann mehrere Unterkunftsbaracken, die Vermutung liegt nahe, dass diese zur Unterbringung der Arbeitskräfte für den Bunkerbau dienten. Eine Sturmbahn liegt ebenfalls am nördlichen Ende des Objektes. Das gesamte Objekt war mit einer OSA gesichert.

Ein großer Antennenberg diente laut dem Zeitzeugen als Standort für Empfangsantennen zur Überwachung der Kurzwellenfunkverbindungen der ständigen Gefechtsbereitschaft der NVA sowie der Kurzwellenfunkverbindungen der NVA bei Funkübungen des Zusammenwirkens mit der GSSD.

Bunker in dem Sinne sind nicht zu finden, jedoch sind zwei der Stabsgebäude mit einem geschützten Keller versehen, die auch durch einen Tunnel von ausserhalb der Gebäude zu betreten waren. Die Schutzklasse dürfte allenfalls E betragen haben, eine Hermetisierung war scheinbar möglich, die Ausstattung war durchaus "Bunkerkonform", es gab eine Schleuse mit Dekontaminierduschen, eine NEA, eine USV, eine Wasseraufbereitung, Filteranlagen in der Zuluft und Kies-Druckwellendämpfer in der Ansaugung. Zu finden sind auch Ruhe- und Arbeiträume, auch ein umfangreicher Sanitärbereich war vorhanden.
Die Gebäudeüberbauung dürfte zudem als Zerschellschicht gedient haben.
Auffällig, aber logisch, wenn man den Nachnutzer beachtet, sind die umfangreichen Fernmeldeanlagen im hinteren Bereich der Schutzkeller.
Ein Vergleich mit dem Bunker Typenbau MB/BS kann durchaus gezogen werden, da der Aufbau diesem doch etwas ähnelt, jedoch waren die Schutzkeller wesentlich geräumiger als der genannte Typenbau. Beide Schutzkeller sind identisch aufgebaut.

Zum Zustand: Das Gelände wurde nach Auflösung der NVA wie viele andere Kasernen der NVA/GT zu einem Asylantenheim umfunktioniert, mittlerweile ist das Objekt seit einiger Zeit verlassen. Wie üblich, wurde von Schrottis ordendlich aufgeräumt und von vielen Leuten illegal Müll abgeladen, auch blinde Zerstörungswut kam zur völligen Entfaltung. Scheinbar wurde auch Fälschung auf dem Gelände betrieben, man findet kleine Schuttberge mit bunt bemalten Betonbröckchen, der Verdacht liegt nahe, dass hier jemand eine schnelle Mark durch den Verkauf von gefälschten Fragmenten der Berliner Mauer gemacht hat.
Die Baugrube des Schutzbauwerkes ist heute nur noch schemenhaft und anhand des Brunnens zu erkennen, da diese als Motocross Strecke genutzt wird, wenigstens bekommt das riesige Objekt dadurch noch eine sinnvolle Verwendung.

 

 

Auswahl der Medien:

 

Direktlink zur Bildergalerie 1 : Objekt der 2. Nachrichtenbrigade bei Storkow - Baugrube 6003
Direktlink zur Bildergalerie 2 : Objekt der 2. Nachrichtenbrigade bei Storkow - Unterkunftsbereich (6001)
Direktlink zur Bildergalerie 3 : Objekt der 2. Nachrichtenbrigade bei Storkow - verbunkerte Stabsgebäude