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Das Kraftwerk Vogelsang

 

der noch bestehende östliche Kraftwerksblock (Nebenkesselhaus)

Bombentreffer in einem der Schornsteine

 

Bunkertypen : -
Etagen : -
Zustand : Teilrückbau / schlecht

 

Im Eisenhütter Stadtteil Fürstenberg befindet sich die Ruine des Kraftwerks Vogelsang. 1943 begann das zum großen Teil in staatlicher Hand liegende Unternehmen "Märkisches Elektrizitätswerk A.G." (MEW) mit dem Bau des als Typenbauwerk "Wilhelm" projektierten Kraftwerks, welches den erhöhten Energiebedarf der immer höher werdenden Kriegsanstrengungen des Deutschen Reiches decken sollten. Insgesamt waren 10 Stück der mit jeweils 300 MW Leistung projektierten Anlagen geplant. Das Kraftwerk Vogelsang wurde am linken Oderufer, etwa 3 Km nördlich des Ortskernes Fürstenberg errichtet und wurde fast ausschließlich aus Stahlbeton gebaut, das MEW wurde hierzu vom Unternehmen "Degussa" beauftragt, da dieses ab 1941 mit der Errichtung eines Chemiewerkes in Fürstenberg begann. Die Grundmaße des aus 3 Blöcken bestehenden Kraftwerks betragen etwa 70 x 80 m, die Höhe der beiden Schornsteine des östlichen Gebäudeblockes misst etwa 100m. Die erste Ausbaustufe des mit Braunkohle zu beheizenden Kraftwerkes sah zunächst zwei Turbinenblöcke mit je 75 MW Generatorleistung vor, in der 2. Ausbaustufe sollten dann zwei weitere Blöcke folgen, um die erforderliche Leistung zu erreichen. Gebaut wurde hauptsächlich mit Zwangsarbeitern des nahegelegenen M Stalag III B, ein Großteil der Arbeitskräfte bestand neben Juden aus sowjetischen Kriegsgefangenen. Die Bausumme des Kraftwerks war mit 8,57 Mio. RM veranschlagt.

 

oktogonale Raucheinlassöffnung

Das Einlaufbauwerk, dahinter das künstlich angelegte Einlaufbecken

 

Der Bau verzögerte sich immer wieder durch ständige Luftangriffe und mangelndem Material, der endgültige Baustopp erfolgte am 31. Januar 1945, zu diesem Zeitpunkt war bereits der Probelauf einer fertiggestellten Maschine erfolgt. Im Februar 1945 besetzten die vorrückenden sowjetischen Streitkräfte das Kraftwerk, nachdem dieses durch Beschuss stark beschädigt wurde. Nach Kriegsende wurde die gesamte Technik von den Sowjets demontiert und als Reparationszahlungen in die Sowjetunion gebracht. Anschließend nutzen die Fürstenberger das leere Kraftwerk als Steinbruch, um Baumaterial zu gewinnen. In den 70iger Jahren begann die GST mit der Nutzung des Kraftwerksgeländes für Wehrsportübungen.

1998 begann der Teilabriss der Kraftwerksruine durch Fördermittel der EU, dieser wurde jedoch zunächst von Naturschützern gestoppt. Der Besitz ging danach an das Land Brandenburg über. Heute ist noch ein großer Teil der Ruine des östlichen Blockes mit seinen markanten Schornsteinen zu sehen, der den begonnenen und gestoppten Abriss überlebt hat. Ebenfalls vorhanden ist die Ruine des Kohlebrecherhauses.

 

 

Quellen:

Baugeschichte TU-Berlin

www.kunsttexte.de

 

Bildergalerie:

 

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