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Troposphärenfunkzentrale des OKSSD bei Zossen

 

Bereich der Netzersatzanlagen im hinteren Teil der Bogendeckung

 

Typ : Nachrichtenbunker
Bunkertypen : AU-131
Etagen : 2
Zustand : mäßig

 

Nahe Zossen befindet sich auf einem Berg eine ehemalige Troposphärenfunkzentrale des Oberkommando der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (OKSSD). Errichtet wurde hier, wie bei vielen anderen Bunkeranlagen der GSSD auch, eine geschlossene Deckung für Flugzeuge vom Typ AU-13 (арочное укрытие - Bogendeckung) mit 13 m Spannweite und einer Bauwerkslänge von rund 30 m, welche ebenerdig errichtet, danach erdangedeckt und im Inneren größtenteils 2-etagig ausgebaut wurde. Das Bauwerk diente als Troposphärenfunkzentrale für die Nachrichtenzentrale "RANET" in der Führungsstelle des OKSSD Wünsdorf1 (ehemals Amt 500 "Zeppelin" des Oberkommando des Heeres).

Der Zugang erfolgt über einen kleinen Zugangstunnel aus Betonfertigteilen an einer Giebelwand, an der gegenüberliegenden Giebelwand befindet sich ein monolithisch gegossener Lüftungsschacht und Notausstieg.
In der unteren Ebene befinden sich ausschließlich Technikräume, neben einer Filteranlage mit 3 Stück Vorfilter PFP 1000 und mindestens 12 Absorptionsfilter befanden sich hier unter anderem zwei Klimablöcke mit Kompressionskühlung, eine NSHV, eine Netzersatzanlage mit 2 Aggregaten (anhand der Anordnung der noch vorhandenen Abgasrohre vermutlich auf Basis des Dieselmotor W-2), eine Feuerlöschanlage, Trink -und Abwasseranlagen und eine kleine Werkstatt mit Materiallager. Der hintere Bereich der Bogendeckung, in dem sich der Standort für die NEA befindet, wurde nicht 2-etagig ausgebaut.

 

Sendesaal im Obergeschoss

Platz des Bauwerkskommandanten

 

Im Obergeschoss schließlich befindet sich der Dispatcherraum zur Steuerung der Bauwerkstechnik, weiter Arbeitsräume, Ruheräume, sanitäre Anlagen und ein Sendesaal. Von diesem aus gibt es einen Notabstieg über eine Luke in den Schleusenbereich des Untergeschosses.

Zum heutigen Zustand: Nach Abzug der GSSD stand die Anlage zunächst jahrelang offen und wurde mehrmals als Austragungsort für Technopartys genutzt. Im Jahr 20072 rückte schließlich ein Rückbaukommando an, riss die zum Bauwerk zugehörige Kaserne und den zur Sende -und Empfangsanlage gehörigen Stahlgittermast ab und verschüttete den Bunkerzugang, der Notausstieg wurde verschweißt. Die Anlage ist im Gegensatz zu anderen Anlagen der GSSD, was die Technik betrifft, noch relativ gut ausgestattet, bis auf die NEA und die Sendeanlagen wurde ein Großteil der Technik im Bauwerk belassen.

 

1Hans Albert Hoffmann, Siegfried Stoof: "Sowjetische Truppen in Deutschland", Eigenverlag
22 www.sperrgebiet.eu

 

Stand: 08/2018

 

 

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Bunker

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