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3. Daten des geplanten Schutzbauwerkes3

 

Grundriss Objekt 1/15/V2c-RD 853

 

Allgemeine Angaben:

- Wiederverwendungsprojekt 1/15/V2c
- Projekt der AGM/B: 1/15/V2c-RD 85
- Tarnbezeichnung: RD 85
- Nachrichtenzentrale5: HNZ-110
- Tarnname Nachrichtenzentrale5: "ÜBERSCHRIFT"
- Kapazität: 135 Personen
- Schutzklasse6: Schutzklasse D, Druckfestigkeit 3kp/cm², ABC Schutz
- Betriebsweisen: I - Normalbelüftung, II - Schutzbelüftung, - III Hermetisierung (maximal 12 Stunden je Hälfte)
- 4 Raumgruppen durch entsprechende Filteranlagen und Tamboure: I = verschmutzt, II = bedingt verschmutzt, III = bedingt sauber,
  IV = sauber (Schutzkernbereich)
- Autonomer Betrieb: 6-8 Tage (begrenzt durch Dieselkraftstoff)

Bauwerkskörper:

- Gesamtinnenfläche (ohne Zugangstunnel, KDWD und Tankanlage): rund 930 m²
- hermetisierbare Fläche: 630 m²
- Abmaße des Bauwerkskörpers: 39,32 m x 35,91 m
- Bauwerkshöhe (ohne Schächte): Rund 3 m
- Raumhöhe: 2,01 m
- Stärke Bodenplatte: 10 cm bewehrter Unterbeton B 160 + 10 cm Schutzestrich + 25 cm Rahmenelement = 45 cm Gesamtmaß
- Stärke Außenwände: 25 cm Rahmenelemente aus Stahlbeton B300 + 67 cm Vorsatzelemente aus Stahlbeton B300 = 92 cm Gesamtmaß
- Stärke Decke: 35 cm Stahlbetonrahmenelemente + 15 cm Stahlbeton + 10 cm Estrich = 60 cm Gesamtmaß
- Erdüberdeckung: geplant 2 m, realisiert ansteigend auf bis zu 8 m im hinteren Bereich (gemessen).

Elektrotechnische Anlagen:

- Benötigte Anschlussleistung: 105,4 KW
- Netzform: TN-C
- Netzersatzanlage: 6 Stück Typ VDEA 15/2 mit je 15 KVA (Dieselmotor 4VD 8,8/8,5 mit Generator DGKIO 15-4/R), zwei Tankanlagen
  mit je 2500 l Vorrat
- Notbeleuchtung: Batterieanlage 24V mit 325 Ah, 1 Verteiler Typ NBV 24VGs
- Ein Wasserstoffverbrennungsgerät Typ PDM, 180W, 240l Wasserstoff/h in Raum 10b
- NSHV: Typ SK-0-BKS-008
- 7 Elektroverteiler Typ SNV 5 x 3 x 25A

 

Ansicht Dispatcherpult3

 

Wasserversorgung und Sanitär:

- Extern oder via Bauwerksbrunnen mit Hauswasserwerk im Friedenszustand
- zwei Sternradpumpen Typ 3KSEY-32-002 im Verteidigungszustand
- Hydrophore mit 850 l
- 2 Vorratstanks mit je 3000 l.
- Wasserfilterstation WFS 2/72 mit einer Filterleistung von 300 l/h
- Warmwasserbereiter, Leistung 3,6 KW
- 6 Handwaschbecken in den Sanitärstollen, je 2 Handwaschbecken in Stollen 7 (Med.Punkt) und Stollen 9 (Küche)
- 2 Duscharmaturen im Verbindungsgang (Grobreinigung), 6 Duscharmaturen (3 je Flügel) für Sanitärvorbehandlung in der Vorschleuse,
  2 Duscharmaturen (1 je Flügel) für Sanitärbehandlung in der Hauptschleuse

Lufttechnische Anlagen:

- Je ein Lüfter pro Netzersatzaggregat, Ansaugung über Kies-Druckwellendämpfer
- Je Bauwerksflügel eine Filterventilationsanlage Q =1000 m3/h mit:
  2 Ventilatoren (Redundant) Typ LRMH 160/1, Reservelüfter Typ FV400/120, 4,8 KW Lufterhitzer, Metallfilter, Chemiefaserfilter,
  3 Stück Feinstaubfilter PFP 1000, 8 Stück Absorbtionsfilter FP-300
- Filterprüfleitung mit Prüflüfter Typ VRE 100
- Luftregenerierung in BW III mittels 6 Stück Regenerierpatronen RP-100 je LTA im Umluftbetrieb ( CO2 Bindung mittels Atemkalk) und
  RDU Einheiten (Sauerstoffregenerierung auf Basis Kaliumhyperoxid)
- Automatische Auslösung des Verschlusszustandes bei LTA Ansaugtemperatur > 50°c
- Je eine Kompaktfilteranlage FIRBAG B 100 pro Vorschleuse im Umluftbetrieb.
- Eine Kompaktfilteranlage Firbag B 100 im Tambour T2 im Umluftbetrieb.
- Überdruckhaltung in BW I und II mittels LTA, in BW III durch Druckluft aus Druckluftflaschen.
- Ein Atemluftkompressor zum Befüllen der Druckluftflaschen (42 Stück)
- Druckluftvorrat: maximal 3 x 6 Personen können in BW III eingeschleust werden

 

 

Raumbelegung des geplanten Schutzbauwerkes mit Zusatzprojekten KE
und Antennenschacht.11 Die Zugangsgestaltung war örtlich an zu passen.

 

 

4. Baugeschichte

 

Wie bereits erwähnt, wurde der Bau 1987 begonnen. Man baute zunächst den linken Bunkerflügel im Rohbau fertig, die beiden Wasserdanks, der Kraftstofftank für die NEA und die drei Netzersatzanlagen des linken Flügels wurden, wie in der Montageanweisung für diesen Bunkertyp vorgeschrieben3, bereits bei dem Aufstellen der Betonrahmenelemente mit eingebracht.

Am 26.2.1988 erfolgte eine Dienstbesprechung des Ministers für Staatssicherheit mit der AGM. Nach einer erfolgten internen Revision wurde erkannt, dass die AGM/B eine verheerende Material- und Personalbilanz vorzuweisen hatte7. Die AGM/B wurde daraufhin aufgelöst und der Bereich Spezialbauwesen in die AGM reintegriert. Es erging der Ministerbefehl, dass die Diensteinheiten des MfS im Spannungsfalle von nun an aus ihren stationären Objekten zu führen hätten8. Sämtliche Planungen für Ausweichführungsstellen wurden daraufhin gestoppt8. Dies hatte weitreichende Folgen auch für das Vorhaben RD 85: Im August 1988 entschied der Leiter der VRD, den weiteren Ausbau des Bunkers als Führungsstelle zu stoppen. Zu diesem Zeitpunkt war im Rohbau der linke Kernbereich, der Mittelgang der rechten Hälfte und der linke Schleusenvorbau, allerdings ohne Verbindungsgang, fertiggestellt.9 20 Mitarbeiter sollten innerhalb von 4 Monaten nun folgende Arbeiten ausführen: Der Bauwerkskörper sollte fertiggestellt und der Bunker als Lagerbunker für Verpflegungskomplekte genutzt werden4. Entfallen sollte, neben der Innenausstattung, sämtliche Lüftungs- , Elektro- und Nachrichtentechnik. Das Legendierungsobjekt "MZO Waldlager" sollte fertiggestellt und als Ferienobjekt für MfS Mitarbeiter genutzt werden.

 

Gang 8 - Wasserversorgung

Lüftungsgang des linken Flügels

 

Die 3 Netzersatzanlagen des linken Flügels wurden daraufhin wieder ausgebaut und an die AGM zurück gegeben9. Einige der bereits gelieferten 20/V Rahmenelemente wurden in das VRD Objekt Freienbrink zurück transportiert, um daraus eine Laderampe für einen Kohlelagerplatz zu errichten9. Daraus ergaben sich auch die kürzeren Raumstollen des rechten Flügels und der zu kurz ausgeführte Antennenschacht. Die bereits erwähnten fehlenden Wände im rechten Schleusenvorbau resultierten aus der Schaffung eines Transportzuganges in das Bauwerk für die angedachten Lagerzwecke. Die ungenaue Montage des gesamten rechten Bunkerflügels dürfte aus dem Umstand resultieren, als das dieses Bauwerk quasi überflüssig geworden war. Der Anschluss des 65 m langen Zugangstunnels an den Verbindungsgang wurde um 7 Stück 20/V Rahmenelemente (entspricht 4,2 m) nach links versetzt. Die Arbeiten wurden offensichtlich bis zur politischen Wende und Auflösung des MfS/AfNS nicht mehr beendet, im rechten Flügel fehlen größtenteils die Anstriche, die gasdichten Türen sind teilweise noch nicht montiert, ebenso ist die Beleuchtungsinstallation noch nicht abgeschlossen.

 

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Bunker

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