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Feldlazarett der NVA

 

Blick in die erste Deckung

Übergang zwischen den Deckungen mit 2 Stück Filterventilationsanlagen FVA 100/50

 

Typ : Feldlazarett
Bunkertypen : SKT
Etagen : 1
Zustand : gut

 

Irgendwo in Brandenburg, auf einem ehemaligen Übungsgelände der NVA, befindet sich ein auf den ersten Blick recht eigentümlich anmutendes Bauwerk, welches zunächst wie ein erdangedecktes "Zelt" wirkt. Es handelt sich dabei jedoch um sowjetisches Wiederverwendungsprojekt Typ SKT für Führungsstellen und Feldlazarette1, bei dem hier vorgestellten Objekt genauer um 2 miteinander verbundene Bauwerke diesen Typs. Das gezeigte Bauwerk wurde als Übungsobjekt für die feldmäßige Versorgung von Verwundeten genutzt2. Bei der Konstruktion handelt es sich um ein ebenerdig errichtetes Leichtmetallgerippe auf einer Betonbodenplatte, bestehend aus 10 cm dicken Leichtmetallbögen. Der Abstand zwischen den Bögen beträgt etwa 50 cm. Über diese Skelettkonstruktion wurde eine dicke Gewebeplane gespannt und mit Erde angedeckt. Mit einer Firsthöhe von 2,45 m und einer Spannweite von 3,84 m gleicht das Bauwerk in seinen Abmaßen fast dem sowjetischen Typenprojekt USB.

 

Das Bauwerk verfügte über einen Elektroanschluss für die Innenbeleuchtung, für die elektrische Heizung der Filterventilationsanlagen und für die im Bauwerk installierten medizinischen Geräte. Als lufttechnische Anlage kam die sowjetische Kompaktluftfilteranlage FVA -100/50, bestehend aus der Überdruckschutzeinrichtung WZU 100, dem Lüfter, dem Absorptionsfilter FP-100/50 und einem elektrischen Heizelement, zum Einsatz. In jedem Unterstand wurden 2 Stück dieser FVA installiert. Weitere FVA-100/50 liegen noch originalverpackt im Bauwerk. Die Abluftführung erfolgte über Überdruckventile Typ KIDM-100 durch 2 Tamboure nach außen. Die Zugangserschließung erfolgte über Rahmenelemente des Typs U2.

 

Elektroverteiler im Bauwerk

Detail der Konstruktion

 

Weitere technische Daten1:

 

- Länge eines Unterstandes mit Zugangsbauwerken: 18,6 m
- Länge des Hauptraumes außen: 12,76 m
- Länge des Hauptraumes innen: 12,33 m
- Breite in Höhe des Fußbodens: 3,84 m
- Nutzfläche: 40 m2
- Masse der Gesamtkonstruktion: 3,5 t
- Montagezeit: 6-7 Stunden
- Demontagezeit: 4-4,5 Stunden
- Maximal zulässige Erdüberdeckung: 1m
- Luftechnische Anlage: 2x FVA 100/50
- Beheizung: elekrisch via Lufterhitzer Typ KFE1 250 oder via 2 Stück Feldöfen OPP
- Stromversorgung: via Aggregat oder aus dem Landesnetz

 

Zum heutigen Zustand: Das Bauwerk ist, gemessen vom Zeitpunkt seiner letzten Nutzung, in einem recht gutem Zustand, obwohl es nicht weit ab von einer größeren Wohnsiedlung liegt. In der Deckung lässt sich heute noch ein Großteil des ursprünglichen Inventars finden, massenweise Infusionslösungen, Injektionsnadeln, Feldbetten, Verbandsstoffe und originalverpackte Bauteile der Technik. Aus diesem Grund soll hier keinerlei Hinweis auf den Standort gegeben werden, hauptsächlich, um Trophäensammlern und Schrottdieben Einhalt zu gebieten.

 

 

1 Anleitung A 052/1/421 des MfNV

2 Informationen von einem Zeitzeugen

 

Stand: 7/2019

 

 

Bildergalerie:

 

Video zum Bunker:

 

Schema des Bunkers

 

 

 

 

Bunker

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