Zurück

 

 

2. Konstruktion6

 

2.1 Bauwerkskörper

 

Bei dem Wiederverwendungsprojekt FB-3 handelte sich es um ein Projekt für Kleinbunker mit geringer Schutzklasse, aufstellbar mit
pioniertechnischen Mitteln. Die Abmaße eines FB-3 in Regelausführung betragen 8,6 m x 2,88 m (3,52 m mit Bodenelementen) x 2,28 m
(L,B,H). Die Errichtung konnte oberirdisch, halb-unterirdisch und unterirdisch erfolgen, die Maximale Erdüberdeckung war jedoch auf
1,5 m begrenzt.

 

Abmaße Baukörper

 

Die Konstruktion des Bauwerkskörpers besteht aus einer Bodenplatte, den elliptischen Halbschalen (120 mm stark, Dreigelenkbogen) und
den Giebelwänden, montiert auf einer Fundamentplatte. Der obere Gelenkpunkt wurde als Wälzgelenk ausgebildet. Die Halbschalenelemente
besaßen jeweils 6 eingegossene Kontaktplatten an der Innenfläche, welche zur Befestigung von Ausrüstungsgegenständen (wie
beispielsweise den Klappliegen) dienten.

 

Der Aufbau: Die Fundamentplatte wurde auf einer 150 mm starken Sauberkeitssschicht (Kies) aufgebracht. Die Platte selbst bestand aus einer
100 mm starken Schicht Beton B225, kreuzweise bewehrt, auf welcher 2 Voranstriche, 2 Lagen Bitumenpappe und eine 50 mm dicke Schicht
Estrich aufgebracht wurden.

 

Nach Fertigstellung der Fundamentplatte begann dann die Montage der Fertigteile, welche aus Beton B300 gefertigt wurden. Zunächst
wurden die zwei hintersten Bodenplatten verlegt und auf diese dann mit Hilfe einer Montageabstützung die ersten 2 Bogenelemente montiert.
Dabei war das ausbetonierte Stahlrohr im oberen Gelenkpunkt (First) zwischen den beiden Bogenelementen einzulegen. Die Fugen am
Fußpunkt und auch alle anderen Fugen waren mit Beton B300 zu vergießen. Es folgte die Montage der Rückwand, danach wurde von hinten
nach vorn weiter gearbeitet. Nach Montage aller Elemente erfolgte die Längsverspannung mittels Rundstahlanker über die gesamte
Bauwerkslänge. Dazu wurden bei den Bauwerken der ersten Ausführung die etwa 3 m langen Rundstahlanker zunächst zu einer Länge von
9 Metern miteinander verschweißt und danach durch die seitlichen Giebelwandelemente und durch die Bogenelemente geschoben, die
Bogenelemente der ersten Ausführungen hatten hierzu eine eingegossene Führung erhalten. Dieses Prozedere erwies sich aufgrund hoher
Toleranzen bei der Fertigteilherstellung der Bogenelemente als äußerst schwerig7, so dass man dazu überging, diese Längsverspannung im
Inneren des Bauwerks durchzuführen, die Rundstahlanker wurden auch nicht mehr miteinander verschweißt, sondern mittels Spannschlösser
untereinander verbunden. Die Führungen für die Längsverspannung fiel bei später hergestellten Bogenelementen weg, die vorgesehenen
Löcher in den seitlichen Giebelelementen wurden etwas nach innen versetzt.

 

Die Bogenelemente wurden außerdem noch einmal mittels insgesamt 16 Flachstahlanker miteinander am First verbunden, diese wurden
zusammen mit der Gelenkfuge mittels Bitumen in die dafür vorgesehenen Aussparungen an den Bogenelementen eingegossen. Die
Außenflächen des Bauwerkes wurden dann mit 3 Lagen Bitumenpappe als Sperrschicht gegen Sickerwasser versehen und zu guter Letzt mit
einer Flachziegelschicht zum Schutz der Sperrschicht verkleidet. Der Zugang wurde standardmäßig mit 10 Rahmenelementen des Typs U2
erschlossen, welche auf ein Kiesbett gesetzt wurden. Die restliche Zugangsgestaltung war pioniermäßig auszuführen. Es folgte dann noch die
gleichmäßige Verfüllung des Bauwerks mit unverdichteten, nichtbindigem Erdstoff.

 

 

Übersicht Fertigteile FB-3-M1/F1 und FB-3-M2/F2

 

 

2.2 Lufttechnische Anlage

 

Übersicht Bauteile der lufttechnischen Anlage (ohne Abluft)

 

 

Für den FB-3 existierte ein einfaches Lüftungsprojekt, bestehend aus einem Drehstrom-Radialventilator Typ FV 40/300/S beziehungsweise
LHRM 80 vom VEB Lufttechnik Gotha, welcher bei Stromausfall auch via Kurbel handbetrieben werden konnte und im Normalbetrieb die
Frischluft über das Ansaugrohr (nahtloses Stahlrohr NW 219 x 7 nach TGL 9012) am vorderen Giebel direkt ansaugte und in ins Bauwerk
blies. Die Abluft entwich mit Hilfe des dadurch entstehenden Überdruckes durch das rückseitige Abluftrohr. Sowohl die Ansaugleitung für
Frischluft als auch die Abluftleitung waren durch je ein Schnellschlussventil mit 340 m2/h Nennvolumenstrom vor Druckeinwirkung gesichert,
welche in der Mauerbuchse in den Giebelelementen montiert waren. Es existierte keinerlei Filterung der Außenluft im Normalbetrieb, einzig an
der Ansaugöffnung der Lüftungsrohre war ein Streckmetallgitter zum Schutz vor Eintritt von größeren Tieren (Vögel, Fledermäuse etc.)
vorgeschrieben. Eine Luftbehandlung zur Klimatisierung war ebenfalls nicht vorgesehen, eine gewünschte Beheizung des Bauwerkes musste
somit über Elektroheizkörper erfolgen.

 

Für den Betrieb der Schutzbelüftung befand sich im Tambour des Bunkers eine Kombinationsfilteranlage, die mittels zwei manueller
Schnellschlussklappen in Betrieb genommen werden konnte. Ein Vorfilter PF-300 und ein Absorptionsfilter FP 100 filterten dann die
angesaugte Frischluft.

 

Das Lüftungsprojekt wurde im Rahmen einer Gesamtüberarbeitung des Projektes FB-3 optimiert, das komplette Lüftungsprojekt lief nun unter
der Bezeichnung FB-3/ -HK-24-80 WP4. Als Lüfter kam nun ein Radialventilator Typ VRE 80 / 302 G der VEB Turbowerke Meißen zum
Einsatz. Der Kombinationsfilter wanderte im Tambour von rechts nach links und war nun sowohl Eintritts- als auch Austrittsseitig mittels
Schnellschlussklappen absperrbar. Das Bogenstück der Zuluft -und Abluftrohre ansaug/abluftseitig (Glattrohrbogen 3x NW) wurde durch einen
Anschweißbogen 1,5x NW ersetzt. Abluftseitig wurde zusätzlich eine Schnellschlussklappe montiert, so dass das Bauwerk theoretisch in den
Verschlusszustand versetzt werden konnte. Weiter wurde nun eine Variante FB-3/F angeboten, bei der die herkömmliche Lüftungsanlage
durch einen Firbag B50 ersetzt wurde. Dabei handelt es sich um eine Kompaktfilteranlage tschechischslowakischer Herstellung, bei der Lüfter
und Filter in einem kompakten Gerät untergebracht wurden. Das Projekt lief unter der Bezeichnung FB-3/F-B50-24-80-WP.

 

 

Filteranlage mit Schnellschlussklappen

Ventilator Typ VRE 80 / 302 G

 

 

2.3 sonstige technische Ausstattung

 

Elektrotechnische Anlagen und Erdung: hier wurde beim Projekt FB-3 nur vorgeschrieben, die benötigte Anschlussleistung zu ermitteln und
dementsprechend die Leitungsquerschnitte zu wählen. Die Einspeisung erfolgte vom Landesnetz, alternativ war ein Paketschalter 25A
vorzusehen, welcher zwischen der Einspeisung vom Landesnetz und einer Einspeisung durch ein mobiles Netzersatzaggregat umschalten
konnte. Hierzu musste dann aber zusätzlich im Außenbereich eine Kragensteckdose für den Anschluss der NEA montiert werden.

 

Die Installation sollte mit Kupferleitung NYM-Cu erfolgen, Kabelschellen, Schalter und Dosen waren anzukleben. Das gesamte Bauwerk war
außerdem zu erden, es musste in 1 m Abstand um das Bauwerk herum ein Ringerder verlegt und alle leitenden Bauteile mit diesem
verbunden werden, hierzu zählte auch die Bewehrung der Fertigteile.

 

Brandschutz: Zum Brandschutz waren 2 Stück Trockenpulverlöscher PIG 12 Hi im Bauwerk anzubringen.

 

 

Seite 1

Inhaltsverzeichnis

Seite 3

 

 

 

Bunker

Creative Commons Lizenzvertrag

2008 - 2018. Bitte das Urheberrecht beachten. Datenschutzerklärung