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3. Angebotsprojekte Grundtyp8

 

Zu den genaueren Bezeichnungen des FB-3 findet man in der Fachliteratur teilweise recht unterschiedliche Angaben, besonders die
Bezeichnungen FB-3.2, FB-3/M und FB-3/F sind vielerorts zu finden. Hier soll eine Aufschlüsselung der Bezeichnungen erfolgen und die
Varianten kurz vorgestellt werden.

 

Die Ursprüngliche Projektierung sah 3 unterschiedliche Ausführungsvarianten des Baukörpers vor, die Bezeichnungen M (Mannschaftbunker
für 8 Personen) und F (Führungsbunker für 4 Personen) spielten bei der Ausführung des Bauprojektes keine Rolle und kennzeichneten nur
die Innenausstattung. Die Ausstattung hinsichtlich der Beheizung, der elektrotechnischen Ausstattung und der Fernmeldetechnik waren
individuell dem Bedarf anpassbar. Es waren folgende Angebotsprojekte durch die bewaffneten Organe der DDR bestellbar:

 

 

3.1 FB-3-M1 und FB-3-F1

 

FB-3-M1 und FB-3-F1: mit senkrechtem Einstieg.

 

Die Ausführungen FB-3-M1 und F1 unterschieden sich nur dahingehend vom FB-3 M2/F2, als dass der Zugang statt über einer gasdichten
Drucktür über einen Zustiegsschacht (Element 6), montiert auf dem linken, ersten Bogenelement (Element 3 mit Öffnung), realisiert wurde.
Als Verschluss diente eine gasdichte Druckklappe GDK 60-80. Ansonsten glich das Projekt der Ausführung M2/F2. Einen FB-3-M1/F1 in
dieser Bauform haben wir noch nicht begehen können, das Projekt wurde scheinbar nicht oft realisiert und hat sich mit dieser Zugangsvariante
offenbar auch nicht bewährt, es existieren FB-3 in einigen Objekten, bei denen der Zugangsschacht mit passendem Bogenelement als
Notausstieg umfunktioniert wurde13.

 

 

Die Probleme der Zugangsgestaltung sind ersichtlich...

Zugang von Innen

 

 

3.2 FB-3-M2 und FB-3-F2

 

FB-3-M2 und FB-3-F2: mit waagerechtem Einstieg

 

Die Ausführung FB-3-M2 und FB-3-F2 hatte den größten Anteil an der Zahl der errichteten Bunker vom Typ FB-3. Somit lässt sich auch die oft
gebräuchliche Bezeichnung FB-3.2 herleiten. Der Zugang erfolgte horizontal über Rahmenelemente des Typs U2 durch die beiden Türen vom
Typ GDT 80-130 und GT 80-130, den so genannten Kalottentüren.

 

 

Zugangsgestaltung mittels Rahmenelementen U2

Innenansicht FB-3-M2

 

 

3.3 FB-3 S

 

FB-3 S: Lagerbunker für Sprengstoffe und Munition

 

Der FB-3 S stellt eine Lagerbunkervariante für explosionsgefährdetes Lagergut dar. Der Zugangstambour entfiel, ebenso die Filteranlage,
somit ist das Bauwerk 20 cm kürzer als die Varianten M und F. Als Zugangstür diente für den leichteren Transport in und aus dem Bauwerk
eine etwas größere, gasdichte Drucktür Typ GDT 80-180. Die Giebelfront wurde mit Hilfe von weiteren 4 Bogenelementen zusätzlich abge-
stützt. Die Glattrohrbögen an den Lüftungsrohren entfielen, stattdessen wurde eine Wetterschutzabdeckung auf das Lüftungsrohr geschweißt.
Die Elektroinstallation wurde explosionsgeschützt ausgeführt. FB-3 S lassen sich hauptsächlich in C-Objekten von S-75 Luftabwehrraketen-
stellungen finden.

 

 

Frontansicht FB-3 S

Innenansicht mit Ex-geschützter Beleuchtung

 

 

3.4 Modernisierung der Projekte

 

überarbeitete Variante FB-3/M und F

 

Anfang der 80iger Jahre erfolgte eine Modernisierung des Wiederverwendungsprojektes FB-3. Neben den in Abschnitt 2.2 genannten
Änderungen am Lüftungsprojekt wurde auch der Angebotskatalog überarbeitet und kleine Änderungen an den Fertigteilen vorgenommen.
So wurde das 50 cm lange Bodenelement durch ein 100 cm langes Bodenelement ersetzt, was die Montage vereinfachte. Einige vorgefertigte
Öffnungen in den Giebelelementen wurden außerdem versetzt, da nun die Längsverspannung des Bauwerks generell nur noch innen, ohne
Einbeziehung der Bogenelemente, durchzuführen war. Die Angebotsprojekte änderten sich wie folgt:

 

FB-3-M1 und FB-3-F1: entfallen

 

FB-3-M2 und FB-3-F2: nun geführt als FB-3/M und FB-3/F

 

FB-3 S: Die GDT 80-180 wurde ersetzt durch eine GDT 80-130, Die Lüftungsrohre NW 219 wurden ersetzt durch Lüftungsrohre NW 100 und
             erhielten nun auch einen Anschweißbogen. Häufig zu finden bei rekonstruierten Stellungen der FuTT und FRA.

 

FB-3 L: Zu diesem Projekt haben wir leider keine weiteren Informationen, es soll sich um ein Lagerbunkerprojekt für nichtexplosives Lagergut
             handeln.

 

 

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